Die Relevanz der ganzheitlichen Betrachtungsweise
Manchmal fühlt sich das Leben wie ein Geflecht aus unsichtbaren Fäden an. Unbewusste Programme und Prägungen, verdrängte Aspekte, alter Schmerz, Erfahrungen aus der Kindheit etc.– all das wirkt in uns und beeinflusst, wie wir denken, fühlen und handeln. Unsere Themen sind eng miteinander verwoben und die negativen Folgen - für Körper, Geist und Seele - zeigen sich in unterschiedlicher Form. Wenn wir beginnen, an einem dieser Fäden zu ziehen, kommen meist mehrere in Bewegung. Sobald du bereit bist, dich einem Thema zuzuwenden, öffnest du die Tür für Veränderung in verschiedenen Lebensbereichen - denn Veränderung geschieht nie isoliert. Jeder Prozess wirkt stets auf mehreren Ebenen – mental, emotional, körperlich und im Umfeld. Unsere inneren Prozesse sind immer Wechselwirkungen – sie verbinden alle Ebenen unseres Seins miteinander.
Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen, Verhalten & Körper
Denken, Fühlen und Handeln haben immer auch Auswirkungen auf unseren Körper. Psychische Vorgänge können als körperliche Reaktionen erlebt werden. Negative Gedanken und Gefühle können z.B. zu Enge in der Brust, Muskelverspannungen, Zittern, erhöhter Herzfrequenz, flacher Atmung etc. führen. Umgekehrt können körperliche Beschwerden wie Schmerzen die Stimmung und das Verhalten beeinflussen.
Gefühle können durch verschiedene Auslöser entstehen:
- Äussere Auslöser: Ereignisse, Verhalten, Äußerungen
- Innere Auslöser: Gedanken, Erinnerungen, Ängste etc.
- Körperliche Auslöser: Körperhaltung, Atmung, hormonelle Veränderungen etc.
Die Merkmale von Gefühlen beinhalten also drei Aspekte:
- Sie äussern sich in Körperlichen Vorgängen
- Sie umfassen seelische Befindlichkeiten
- Sie beeinflussen das Verhalten
Um diesen komplexen Prozess zu vereinfachen, hier ein Beispiel:
- Auslöser: Es droht körperliche oder seelische Gefahr
- Gefühle: Angst, Panik, Schock, Beklommenheit etc.
- Gedanken: „Ich bin in Gefahr! Ich bin hilflos ausgeliefert!“ etc.
- Körperreaktionen: Herzklopfen, Enge in der Brust, Zittern etc.
- Verhalten: Flucht, Erstarrung, Kampf etc.
Das Beispiel zeigt, wie eng unser Denken, Fühlen und Handeln miteinander verwoben sind.
Wechselwirkung zwischen Individuum & Systemen (Umfeld)
Wir alle sind Teil von Systemen – Familie, Freundeskreis, Beziehungen, Arbeitsplatz, Vereine etc. Jedes dieser Systeme prägt uns durch Erwartungen, Regeln, Bedingungen, Umgangsformen, Werte, Normen und Dynamiken. So nehmen beispielsweise gemachte Kindheitserfahrungen mit Bezugspersonen Einfluss auf andere zwischenmenschliche Beziehungen.
Oft wiederholen sich ähnliche Konflikte, Blockaden, herausfordernde Lebenssituation etc., bis wir beginnen zu verstehen, was dahinter verborgen liegt. Hinter diesen Wiederholungen steckt meist alter Schmerz – ungelöste Themen, die gesehen und verändert werden möchten. Unsere Vergangenheit beeinflusst unser heutiges Sein – bewusst und unbewusst. Doch sobald wir beginnen, diese Zusammenhänge zu erkennen, entsteht Raum für Veränderung, Heilung und Selbstbestimmung.
Das Zusammenspiel der oben genannten Aspekte und der vielschichtigen Ebenen des menschlichen Seins verdeutlichen, wie relevant die ganzheitliche Betrachtung in der Prozessbegleitung ist. Genau hier setzt meine Begleitung an. Ich betrachte dich als Ganzes – mit deinem Körper, deinen Gefühlen, Gedanken, Erfahrungen und Beziehungen. Wenn du bereit bist, dich dir selbst zuzuwenden und die Sprache deiner inneren Welt zu verstehen, darf Wandel geschehen – tief, echt und nachhaltig.
Wie funktioniert das Unterbewusstsein?
Das Unterbewusstsein kann mit einer Schallplatte verglichen werden, welche der Mensch in sich trägt. Bei der Geburt befindet sich noch keine Rille in der Platte. Ab dem ersten Lebenstag werden jedoch die gehörten Worte und die gemachten Erfahrungen in Form einer Rille in die Platte des Unterbewusstseins geritzt. Dabei gilt: Je öfter etwas gehört oder erlebt wurde und je intensiver und schmerzlicher es war, umso tiefer sind die Rillen. Aus diesen entstehen wiederum emotionale Reaktionen, welche vom Unterbewusstsein gesteuert werden.
Fühlt sich jemand z.B. stets schnell gekränkt oder hat Schuldgefühle, wenn er einer Bitte nicht nachkommt, können automatische Gefühls- und Verhaltensprogramme die Ursache sein, welche aus dem Unterbewusstsein abgespielt werden.
Die Reaktionen eines Menschen resultieren also oftmals aus den Programmen, die das Gehirn im Unterbewusstsein abgespeichert hat.
Good News
- Der Mensch ist seinem Unterbewusstsein nicht ausgeliefert, sondern kann Einfluss auf die vorhandenen Programme nehmen.
- Es ist elementar zu wissen, dass nicht alle im Unterbewusstsein abgespeicherten Informationen der Wahrheit entsprechen. Hierzu müssen innere Überzeugungen und Programme auf der Bewusstseinsebene reflektiert, in Frage gestellt und bei Bedarf korrigiert werden (vgl. Lebenshilfen, o. D.).
Innere Freiheit entsteht nicht durch Kontrolle oder durch Verstehen. Sie entsteht durch das Erleben, durch das im Körper verankert sein, durch das Fühlen!
Gedanken kreisen endlos. Du analysierst jedes Wort & jede Situation. Du suchst permanent nach Antworten. Aber je mehr du grübelst, desto tiefer verstrickst du dich in einem Netz aus Unsicherheiten.
Irgendwann in der Vergangenheit hast du vielleicht unbewusst verinnerlicht, dass die Welt ein unsicherer Ort ist & dass ein kleiner Fehler grosse Konsequenzen haben kann. Durch permanentes vorausschauen & analysieren versuchst du dich zu schützen, weil du (unbewusst) Angst hast. Angst vor Ablehnung, Schmerz, Enttäuschungen, Kontrollverlust, etc.
Das Ziel ist, nie mehr die Kontrolle zu verlieren!
Sich vor vermeintlichen Gefahren & Schmerz zu schützen!
Das Problem ist, der Verstand bringt dich nicht weiter!
Innere Sicherheit und klares Denken werden erst möglich, wenn dein Nervensystem reguliert ist & eine Verbindung zu deinem Körper besteht! Erst dann wird das Loslassen von Kontrolle, innerer Unruhe & Anspannung möglich.
Wir alle haben ein inneres Team
Schon lange ist bekannt, dass der Mensch unterschiedliche Stimmen in sich trägt. In Filmen wird hier oftmals vom "Engel auf der einen Schulter und vom Teufel auf der anderen" gesprochen. Allerdings können Persönlichkeitsanteile nicht auf zwei Polaritäten reduziert werden. Der Psychologe Friedmann Schulz von Thun erkannte, dass in der Seele des Menschen eine Gruppendynamik zwischen den verschiedenen Anteilen besteht, welche ähnliche Mechanismen wie jene eines Teams aufweisen. Er ist der Auffassung, dass die Persönlichkeitsanteile unterschiedliche Normen und Werte vertreten. Daraus resultieren Spannungsfelder, welche negativen Einfluss auf das Wohlbefinden, das Verhalten und die Kommunikation haben können. Der Psychologe bezeichnet diese verschiedenen Anteile eines Menschen als "inneres Team".
Das Coaching mit dem inneren Team basiert auf der Idee, unbewusste Dialoge und Beziehungen unserer verschiedenen Persönlichkeitsanteile sichtbar zu machen. Wenn wir unseren inneren Stimmen Gehör schenken und die Persönlichkeitsanteile wahrnehmen, können wir den Weg aus einer emotionalen Achterbahn hin zu einer inneren Klarheit finden.
Gefühle, die unterdrückt werden, verschwinden nicht!
Der permanente Druck "STARK SEIN ZU MÜSSEN" hat oft zur Folge, dass wir unsere wahren Gefühle verdrängen, Masken aufsetzen & Mauern bauen.
Sobald wir etwas aus unserem Bewusstsein verbannen, weil es uns Angst macht, wird es unbewusst & sinkt in den Schatten. Das ist jener Ort, wo alles verstaut wird, was in irgendeiner Form zu viel, zu schmerzlich, zu bedrohlich etc. ist. Wenn Aspekte verdrängt werden, existieren sie als Schatten in uns weiter & beeinflussen unbewusst die Gedanken, die Gefühle & das Verhalten.
Verdrängung ist ein Abwehrmechanismus der Psyche - eine Schutzstrategie. Schutzstrategien & mangelnde Selbstliebe sind oft auf Schmerz & den damit verbundenen Überzeugungen (Glaubenssätze) zurück zu führen. Je mehr wir im Innen einen Schatten ablehnen, desto mehr zeigt er sich im Aussen (Trigger, Projektionen).